
DIE PILATUS TURBOPORTER - damit Schleppen Spaß macht!
Als Pilot und Hersteller der 6-Meter-B4 wurde immer wieder die Frage nach einer geeigneten Schleppmaschine an mich herangetragen. So kam die Idee zustande, eine entsprechend große Maschine selbst zu entwickeln. Die Porter bringt aufgrund ihrer zweckmäßigen Konstuktion und des robusten Fahrwerks ideale Voraussetzungen mit. Ein Anruf bei PILATUS AIRCRAFT in Stans bescherte mir eine Dreiseitenansicht mit Bemaßung und Spanten im Maßstab 1:25, ein Prospekt und ein Booklet "50 Jahre PILATUS" mit der Entwicklungsgeschichte aller in Stans entwickelten Flugzeuge! Herzlichen Dank an diese noble Firma!

Warten auf den Einsatz
Damit begann eine Zeit der Berechnungen. Als Ergebnis kamen folgende technische Daten heraus:
Maßstab 1:4
Spannweite 3,80m (B2 H2) bzw. 3,97m (B2 H4)
Länge 2,75m (Turbo Porter)
Profil NACA 4412
Gewicht 18,5 bis 22 kg
Motor 1-Zylinder oder Reihenmotor ab 60 ccm
Dann begann die handwerkliche Phase mit dem Bau von Urmodell und Formen für den GFK-Rumpf, und die Herstellung des ersten Prototypen. Am 17. Januar 1999 war der große Augenblick endlich gekommen - ideales Wetter zum Erstflug. Mit den Flugeigenschaften war ich auf Anhieb sehr zufrieden. Die Flugsaison 99 benutzte ich, um die Porter ausgiebig zu testen. Dabei kamen nebst mir mehrere andere Piloten zu folgenden Fazit: Diese Porter ist sehr gutmütig und kann extrem langsam geflogen werden. Selbst ein gesteuertes Trudeln ist nicht möglich! Die Wirkung der Landeklappen ist sehr gut, die Landung kann wie beim Original zuerst mit dem Spornrad erfolgen und läßt keine Hüpfer aufkommen. Mit dem Prototyp haben wir sogar meine 6m B4 mit 20 kg geschleppt - und das mit einem 60 ccm Motor!!!

Landung
Nun mußte noch eine serientaugliche Lösung für Haupt- und Heckfahrwerk gefunden werden. Es wurden Formen für GFK-Dreieckslenker des Hauptfahrwerks gemacht, als Federbein dienen eigens gefertigte Gasfedern. Das Spornradfahrwerk wird aus Aluminium und Kunststoff selbst grdreht und gefräst, da ein zur Porter passendes Fahrwerk nirgendwo zu finden ist. Alle Ruder haben Hohlkehlen und sind kugelgelagert. Da der Drehpunkt der Flügelklappen wie beim Original unterhalb der Tragfläche liegen sollte, wurden auch hiefür CNC-Frästeile hergestellt.

Flügelklappen Seitenruder Spornrad
Damit war die Konstruktionsphase abgeschlossen, und der Bausatz komplett.
Ja, damit wäre das Projekt eigentlich abgeschlossen gewesen - wenn da nicht eine "nicht-Turboprop-Version" der Porter, und der Wunsch nach einem starken Boxermotor existierte hätte ...
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